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S&D Group: Relief over Van der Bellen but radical reforms needed in Europe (German below)

Date

23 May 2016

Sections

Public Affairs

Following yesterday´s elections for President in Austria and the victory of Alexander van der Bellen, Gianni Pittella, S&D Group President in the European Parliament, and Evelyn Regner, Head of the Austrian S&D Delegation in the EP, reacted with relief. However, they called for clear lessons to be learnt, both for Austria and the whole of Europe.
 
Gianni Pittella, S&D Group President, said:
 
“We very much welcome the outcome of the presidential run-off. Congratulations to Mr. Alexander Van der Bellen. It is indeed a sigh of relief to see that the worst fears didn´t come true with the election of an extreme right candidate whose party ideology originates directly from National Socialism. However if we want to be serious we cannot run from facing the worrying reality: One Austrian out of two voted in for Norbert Hofer. This is a political earthquake that follows a trend felt in all of Europe: the conservative and social democratic powers are losing support to extreme movements which fan the flames of people´s fear.
 
“Rightly or not, in front of the enormous challenges we face - the migration crisis, economic stagnation, the terrorist threat or the challenges of globalisation - the traditional parties are increasingly perceived as incapable or unwilling to innovate themselves and reform the system.
 
“What is even worst, in some cases, progressive forces are losing their fundamental values by running after right wing proposals. The preventive wall at the Brenner border is a clear example of that. This is what European citizens expect from extreme right forces, not from us.
 
“This is why, now more than ever, there is no more political space to preserve the status quo. Any change involves risks. Sure. However, it is better to risk by fighting to change and innovate Europe than just remaining glued to our sets and waiting for extreme and radical forces to wipe out the EU.
 
“Without radical reforms based on solidarity, we will be soon forced to hand the keys to our future to the Hofers, Salvinis, Le Pens, and Farages of Europe.” 

Evelyn Regner, Head of the Austrian S&D Delegation, added:
 
“I am confident that with Alexander Van der Bellen as President Austria will give new momentum to Europe, which has also been shown by the new Chancellor Christian Kern.  
 
“It is an important signal that Austria did not get a far-right President. Yet the division within the country is very worrying. This division and the wide support for the far-right candidate received are based on fears, which are wide spread across the European Union, not only in Austria.
 
“We have to take these fears seriously and it is the task of President Van der Bellen as new President and all other progressive politicians to face these.  
 
“However in light of this run-off, Alexander Van der Bellen and Christian Kern are my dream team at the top of Austria”.

S&D-Fraktion: Erleichterung über Van der Bellen, aber klarer Warnschuss für Reformen in Europa
 
Nach den gestrigen Wahlen zum österreichischen Bundespräsidenten und dem Sieg von Alexander van der Bellen, äußern sich Gianni Pittella, Vorsitzender der S&D-Fraktion im Europäischen Parlament, und Evelyn Regner, Leiterin der österreichischen S&D-Delegation im EP, erleichtert aus Brüssel. Sie fordern jedoch, klare Lehren aus dieser Wahl zu ziehen, sowohl für Österreich selbst als auch für Europa.
 
Gianni Pittella, Vorsitzender der S&D-Fraktion im EP, sagte:
 
“Wir freuen uns sehr über den Ausgang der Wahlen zum Bundespräsidenten in Österreich. Herzlichen Glückwunsch an Alexander van der Bellen. Es ist eine Erleichterung, dass die schlimmsten Befürchtungen mit der Wahl eines rechtsextremen Kandidaten, dessen Partei von dem nationalsozialistischen Gedankengut herkommt, nicht wahr geworden sind. Wenn wir aber ehrlich sein wollen, können wir nicht vor der erschreckenden Wahrheit davon laufen: jeder zweite Österreicher hat für Norbert Hofer gestimmt. Dies ist ein politisches Erdbeben, das auf einem Trend beruht, den wir in ganz Europa sehen. Sozialdemokratische und christdemokratische Parteien verlieren gegenüber extremistischen Bewegungen an Unterstützung, die durch ihren Hass die Ängste der Bevölkerung schüren.
 
„Ob berechtigt oder nicht, vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen – Migrationskrise, wirtschaftliche Stagnation, Gefahr des Terrorismus oder die Globalisierung – werden die traditionellen Parteien immer mehr als unfähig oder unwillig wahrgenommen, sich selbst zu erneuern und das System zu reformieren.
 
“Noch schlimmer ist es, dass in einigen Fällen die progressiven Kräfte sogar ihre eigenen Werte aufgeben und den Vorschlägen der rechten Parteien hinterherlaufen. Der „präventive“ Grenzzaun am Brenner ist ein klares Beispiel dafür. Dies sind Vorschläge, die die Bürgerinnen und Bürger von den rechtsextremen Parteien erwarten aber nicht von uns. 
 
“Daher ist es heute umso wichtiger, deutlich zu machen, dass es keinen politischen Spielraum mehr gibt, um den Status Quo zu bewahren.  Natürlich beinhaltet jede Veränderung auch Risiken. Doch es ist besser, etwas dadurch zu riskieren, dass man für eine Veränderung und Erneuerung Europas kämpft, als dass wir an unseren Strukturen kleben und darauf warten, dass die extremen und radikalen Kräfte Europa zerstören.
 
“Ohne radikale Reformen, die auf dem Prinzip der Solidarität basieren, werden wir bald gezwungen sein, die Schlüssel zu unserer Zukunft den Hofers, Salvinis, Le Pens und Farages Europas zu übergeben“.

Evelyn Regner, Leiterin der österreichischen S&D-Delegation, fügte hinzu:
 
"Mit Alexander van der Bellen als Bundespräsident bin ich zuversichtlich, dass Österreich den neuen Schwung, den auch Neu-Kanzler Christian Kern in Österreich verbreitet hat, nach Europa hinausgetragen wird. Es ist ein wichtiges Signal, dass Österreich keinen rechtsextremen Bundespräsidenten bekommen hat, obwohl die Spaltung des Landes sehr besorgniserregend ist.
 
„Diese Spaltung und der große Zuspruch für den Rechts-Außen-Kandidaten gründen  auf Ängsten, die in der Bevölkerung der Europäischen Union – nicht nur in Österreich - weit verbreitet sind. Diese Ängste sind ernst zu nehmen und es ist Aufgabe von Van der Bellen als neuem Bundespräsidenten und allen anderen Politikerinnen und Politikern der progressiven Parteien, ihnen  zu begegnen.
 
„Nach dieser Stichwahl sind Alexander Van der Bellen und Christian Kern für mich das Dream-Team an der Spitze Österreichs."