Medienfreiheit und EU-Medienberichterstattung: verbundene Herausforderungen?

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10 Mar 2011

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EU Priorities 2020

Press release

Fondation EurActiv PoliTech leitet heute eine Blogdebatte ein und plant für Juni einen Stakeholder Workshop über Medienfreiheit und unabhängigen Journalismus. Beide Initiativen sollen diskutieren, wie – und wie oft – Journalisten EU-Politikdebatten decken. Die Debatte wird auf www.blogactiv.eu stattfinden, der sozialmedialen Plattform, die sich EU-Politiken widmet.

Diese Aktivitäten finden im Kontext der Kontroverse über die Regierungsbeziehungen zu den Medien in mehreren europäischen Ländern – einschließlich Ungarns, Italiens und der Türkei – und die Rolle, die klassische und Online-Medien bei den Revolten in der arabischen Welt vor kurzem gespielt haben, statt.

Die Blogdebatte und der Workshop werden die Berichterstattung durch EurActiv.com und seine Partnerbüros in 12 Ländern, die der ersten Europäischen Bürgerinitiative 2012 und den Europawahlen 2014 entgegensehen, ergänzen.

Fondation EurActiv PoliTech führt die Ausbildung und die sozialmedialen Aktivitäten der EurActiv-Familie aus. Sie wird durch einen Beirat geleitet, dem sich vor kurzem Peter Kramer, internationaler Generalsekretär der „Association of European Journalists“ (AEJ) – die nationale und regionale Journalisten, die EU-Angelegenheiten decken, zusammenbringt – angeschlossen hat. Aidan White, scheidender Generalsekretär der Internationalen Journalisten-Föderation (IFJ), die Journalistengewerkschaften aus der ganzen Welt versammelt, wurde auch dazu eingeladen, dem Beirat beizutreten, und begrüßt die Initiative.

Peter Kramer sagte: „Mit den kommenden Europäischen Bürgerinitiativen wird die Europaberichterstattung zunehmen, doch wird man alles Mögliche hören. Es ist wichtig, dass die Journalisten selbst dazu beitragen, die Sachen in Perspektive zu rücken, da sie gut ausgebildet und informiert sind. Die AEJ und ihre 25 nationalen Ortsverbände in der EU und ihrer Umgebung wollen dabei behilflich sein“.

Aidan White declared: „Die Herausforderungen, die Journalisten in Europa bevorstehen, werden durch die Kämpfe um Pressefreiheit im südlichen Teil des Mittelmeerraumes dramatisch in den Zusammenhang gestellt. Diese Initiative ist eine Gelegenheit, eine berufliche Brücke bewährter Praktiken zu schaffen, die den Journalismus in der EU stärken und Journalisten inspirieren wird, die anderswo nach Unabhängigkeit streben“.

Christophe Leclercq, EurActivs Gründer, sagte: „Journalisten stehen sowohl Regierungsbeschränkungen in einigen Ländern als auch den begrenzten Ressourcen ihrer eigenen Medienunternehmen bevor, was die Verringerung des EU-Pressecorps dokumentiert. Mit der Ausnahme von gerechtfertigter und wettbewerblicher Werbung oder von Kommunikationsprojekten sollte die EU keine Mediengesellschaften finanzieren. Trotzdem kann die EU, unter anderen, an beiden Fronten helfen. Erstens, indem sie zur Medienfreiheit auf nationaler Ebene eine strenge Haltung einnimmt. Zweitens könnte sie ihre Programme, die darauf abzielen, dass Journalisten für die Berichterstattung über europäische Angelegenheiten sensibilisiert, gut informiert und gut unterstützt werden, entwickeln und verbessern.

Was die sozialmediale Abteilung der Stiftung angeht, fügte Leclercq hinzu: „Sozialmediale Instrumente könnten Journalisten helfen, gegenseitige Unterstützung zu finden, damit sie Geschichten identifizieren können, die sie für relevant halten und Quellen grenzüberschreitend nutzen können. In der arabischen Welt hat dies in den letzten Wochen wirksam funktioniert, also warum nicht in Europa selbst?“

Daniel van Lerberghe, Direktor für soziale Medien bei der Stiftung und Gründer von PoliTech, erklärte: „Bei Europäischen Bürgerinitiativen, die mit dem Lissabonvertrag kommen, handelt es sich nicht nur um eine Stimmauszählung der Petitionen. Sie werden zu weiteren politischen Debatten führen und die Aufmerksamkeit der Journalisten erregen.“

Sein Kollege Joe Litobarski, Leiter von Blogactiv und Mitherausgeber von Bloggingportal, erklärte: „Wir werden die Debatte heute eröffnen, auf http://blogactiv.eu/media-freedom/, mit einem Eintrag, der durch diese Mitteilung inspiriert wird. Alle Ideen heißen wir willkommen, insbesondere konkrete Anregungen. Zum Beispiel: Wie wäre es mit der Eröffnung zukünftiger EU-Informationsveranstaltungen für hochrangige Blogger? Wie kann man sie lebendiger gestalten, indem man verschiedene Institutionen und viele Beteiligte einschließt? Könnten Medienunternehmen eine gezielte finanzielle Unterstützung betreuen, und welche Unternehmen? Die treffendsten Beiträge werden im Vorfeld des Stakeholder Workshops, den wir planen, verbreitet werden.“

Medienkontakte:
Christophe Leclercq, Herausgeber, EurActiv.com, Tel. +32(0)2.226.58.13, publisher@euractiv.com
Radu Magdin, Kommunikationsleiter, Tel: + 32(0)2.788.36.88, communication@euractiv.com
Julian Oliver, Generalsekretär, Fondation EurActiv PoliTech, Tel. +32(0)2.226.58.25, SecGen@EurActiv.com

Mitteilung der Redaktion:
Relevante EurActiv-Berichterstattung über Medienfreiheit:
- Ungarn: Mediengesetz: Brüssel mit den Versprechen Ungarns zufrieden
- Türkei: Türkei: Füle prangert mangelnde Pressefreiheit an
- Italien: Medienexperten fordern „Rückeroberung“ der Pressefreiheit
- Debatte um die Pressefreiheit: Medienexperten fordern „Rückeroberung“ der Pressefreiheit

Internetseiten der erwähnten Organisationen:
- „Association of European Journalists“ http://www.aej.org/
- Internationale Journalisten-Föderation http://www.ifj.org/

BlogActiv ist EurActivs Blogplattform: www.blogactiv.eu . Fondation EurActiv PoliTech hat die Aktivitäten von PoliTech und Blogactiv.eu in einer Abteilung für soziale Medien integriert. Die Fondation hat das Gelbbuch über Kommunikationspolitik verfasst, welches Sie hier abrufen können. www.EurActiv.com ist das unabhängige Online-Mediennetzwerk für EU-Angelegenheiten und zählt, zusammen mit der Web-2.0-Plattform Blogactiv.eu, 609.000 individuelle Besucher pro Monat.

1999 gegründet ist das Netzwerk ein wichtiges Arbeitsinstrument für EU-Akteure (Institutionen, Wirtschaftsverbände, NRO, Think-Tanks, Presse und andere), die mit der Definition oder der Beeinflussung der EU-Politik beschäftigt sind. Das EurActiv-Netzwerk veröffentlicht Neuigkeiten und Informationen zur EU-Politik in 12 Sprachen aus Büros in 12 europäischen Hauptstädten: in Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Polen, Rumänien, Serbien, der Slowakei, Spanien, der Tschechischen Republik, der Türkei und Ungarn. Die nationalen Politikportale des CrossLingual-Netzwerks sind hier verfügbar www.euractiv.com/en/Fixed/about/crosslingual.htm
 

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