ZEW: US-Steuerpläne bedrohen globalen Handels- und Steuerfrieden

Date

21 Apr 2017

Sections

Euro & Finance

Press release

US-Steuerpläne bedrohen den globalen Handels- und Steuerfrieden

In den kommenden Wochen wird US-Präsident Donald Trump in Sachen
Steuerpolitik Farbe bekennen müssen. Er hat eine "historische Steuerreform"
in Aussicht gestellt, die er nun konkretisieren will. Vor diesem
Hintergrund haben sich in einer Analyse des ZEW Prof. Dr. Christoph
Spengel, ZEW Research Associate, und Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter
des ZEW-Forschungsbereichs "Unternehmensbesteuerung und Öffentliche
Finanzwirtschaft", mit den Steuerreformplänen der Republikaner für die USA
befasst. Macht sich Donald Trump diese Pläne zu eigen, droht ein
internationales Steuerchaos mit unabsehbaren Folgen für Handel,
Investitionen und Wechselkurse.

Kern des Steuerplans der Republikaner ist eine ganz neue Art der
Unternehmensbesteuerung: Steuerpflichtig sind Unternehmen in dieser
Konzeption nur noch für ihre Umsätze im Inland, Exporte aus den USA blieben
dort völlig steuerfrei. Umgekehrt würden Importe in die USA einer
Grenzbesteuerung unterworfen. "In der Theorie ist der Steuerplan der
Republikaner äußerst elegant – in der Praxis wäre er ein Desaster und
könnte in Handelskriegen enden", so die Einschätzung von Christoph Spengel.

Das Problem ist, dass die Grenzbesteuerung zunächst wie ein Zoll wirken
würde. Zum Beispiel würden europäische Exporteure schmerzlich in ihrem US-
Geschäft getroffen. Umgekehrt könnten US-Exporteure nach Europa steuerfrei
ihren Geschäften nachgehen: Ihre im Export erzielten Umsätze wären weder
in den USA noch in Europa steuerpflichtig. Zwar dürfte die neue Steuer
nicht ohne Folgen für den Dollar-Euro-Kurs sein und würde zu einer weiteren
Aufwertung des US-Dollars führen. Dass allein diese Aufwertung den
Nachteil der Europäer ausgleichen könnte, ist jedoch zweifelhaft.

Dramatisch wären die Folgen auch für Investitionsströme: "Unternehmen
weltweit hätten einen massiven Anreiz, Gewinne und Produktion in die USA zu
verlagern", warnt Friedrich Heinemann. Darauf müssten die EU-Staaten mit
ihrer Steuer- und Handelspolitik reagieren. Der Ausbruch von Handelskriegen
und eine neue Runde besonders aggressiven Steuerwettbewerbs wäre damit
eingeläutet.

Das Fazit der ZEW-Studie lautet: Setzen sich in den USA tatsächlich die
Befürworter der neuen Steuer bei Donald Trump durch, bedeutet das eine
Steuer-Revolution. Diese dürfte die internationale Besteuerung in ein Chaos
führen. Weltweit offene Märkte für Güter, Dienstleistungen und Kapital
wären bedroht.

Die Studie findet sich zum Download unter:
http://ftp.zew.de/pub/zew-docs/policybrief/pb02-17.pdf

Für Rückfragen zum Inhalt:
Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Telefon 0621/1235-149,
E-Mail heinemann@zew.de

Prof. Dr. Christoph Spengel, Telefon 0621/181-1704,
E-Mail spengel@uni-mannheim.de

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