ZEW-PwC-Wirtschaftsbarometer China - Drohende US-Abschottung: Mehr Handel zwischen Deutschland und China erwartet

Date

23 Mar 2017

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Trade & Society

Press release

➡ Zwei Drittel der deutschen Manager in China rechnen mit Intensivierung
der deutsch-chinesischen Handelsbeziehungen durch die Abschottungspolitik
der USA
➡ Keine Antwort im Sinne von "China first" erwartet
➡ Konjunktur-Indikator wechselt ins Plus
➡ Bedeutung privater Nachfrage in China wächst weiter

Der in den USA aufkommende Protektionismus könnte die Handelsbeziehung
zwischen Deutschland und China weiter intensivieren: Manager deutscher
Unternehmen in China erwarten, dass die beiden Länder in Zukunft näher
zusammenrücken. Zwei Drittel von ihnen gehen von einer Intensivierung der
deutsch-chinesischen Handelsbeziehungen aus. Von einer Antwort der
chinesischen Regierung im Sinne eines "China first" gehen hingegen nur 13
Prozent der Befragten aus. Das zeigt das aktuelle ZEW-PwC-
Wirtschaftsbarometer China, für das das ZEW und die Wirtschaftsprüfungs-
und Beratungsgesellschaft PwC einmal im Quartal Manager deutscher
Unternehmen in China befragen. An der jüngsten Umfrage nahmen 44
Führungskräfte teil.

"Der Regierungswechsel im Weißen Haus und die befürchtete Tendenz zur
stärkeren Abschottung der USA lässt viele Manager auf einen intensiveren
Handel mit China hoffen", sagt Thomas Heck, Leiter der China Business Group
Deutschland und Europa bei PwC. "Dieser könnte die möglichen negativen
Folgen einer solchen Politik für den Welthandel zumindest teilweise
kompensieren." Trotz der grundsätzlich positiven Erwartungen für den Handel
speziell mit Deutschland, gehen die Befragten für die nächsten sechs
Monate von einem insgesamt leicht rückläufigen Warenverkehr zwischen China
und dem Rest der Welt aus.

Insgesamt bewerten die befragten Manager die konjunkturelle Situation
Chinas in der aktuellen März-Umfrage deutlich besser als im Vorquartal: Der
Wert des Indikators steigt von minus 8,1 auf plus 5,8 Punkte. Von diesem
Umfeld werden auch positive Effekte für die deutschen Unternehmen erwartet:
59 Prozent der Befragten rechnen mit einer Steigerung der Produktion im
Lauf der nächsten sechs Monate, 49 Prozent mit einer Erhöhung des
Personalbestands.

Bei den konjunkturellen Aussichten für die kommenden zwölf Monate ist die
Stimmung hingegen eher verhalten: Die allgemeine Einschätzung sinkt von
plus 1,6 auf minus 3,5 Punkte. "Die Konjunkturerwartungen für die nächsten
zwölf Monate zeugen von einer gewissen Unsicherheit", sagt Dr. Michael
Schröder, Projektleiter und Senior Researcher im ZEW-Forschungsbereich
"Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement". "Die Wahrscheinlichkeit
für eine Verbesserung wie auch für eine Verschlechterung ist im Vergleich
zur vorherigen Umfrage gestiegen, wobei eine Verschlechterung der Situation
für noch etwas wahrscheinlicher gehalten wird."

Die Bedeutung der privaten Binnennachfrage nimmt in China deutlich zu: Der
Saldo für den privaten Konsum steigt von 29,6 auf 41,5 Punkte an, der Saldo
der privaten Investitionsausgaben von 10 auf 28,2 Punkte. Bei den
erwarteten Investitionen für das nächste halbe Jahr schneiden die
Konsumgüterindustrie (34,5 Punkte), der Bereich Informations- und
Telekommunikationstechnologie (45,0 Punkte) sowie die
Dienstleistungsbranche (51,3 Punkte) am besten ab. Vor diesem Hintergrund
gehen 71,4 Prozent der befragten Manager von einem leichten Anstieg der
Inflation aus, 56,4 Prozent rechnen mit höheren Zinsen.

Geht es um die Zukunft des chinesischen Marktes und dessen Reformbedarf,
nennen die befragten Manager an erster Stelle Maßnahmen wie die
Privatisierung chinesischer Staatsunternehmen (17 Prozent), die
Verbesserung der Rechtssicherheit für ausländische Unternehmen (14 Prozent)
und den Abbau von Handelshemmnissen (13,2 Prozent). Auch die Stärkung des
Umweltschutzes wird von 11,8 Prozent der Befragten als wesentlicher Trigger
einer erfolgreichen Wirtschaftsstrategie gesehen – eine Einschätzung, die
PwC-Experte Thomas Heck bestätigt: "China will Überkapazitäten in der
Schwerindustrie abbauen und Kohle als Energieträger zurückdrängen. Mit der
Abkehr von der Kohle könnten regenerative Energien an Bedeutung gewinnen."

Den vollständigen Report zum aktuellen ZEW-PwC-Wirtschaftsbarometer China
mit Grafiken und Tabellen finden Sie unter:

http://ftp.zew.de/pub/zew-docs/chinarep/ZEW-PwC-WirtschaftsbarometerChinaQ2_2017.pdf

Für Rückfragen zum Inhalt:
Dr. Michael Schröder, Telefon 0621/1235-368, E-Mail schroeder@zew.de

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