ZEW: Informationswirtschaft in Deutschland mehrheitlich guter Dinge

Date

03 May 2017

Sections

Euro & Finance

Press release

Stimmungshoch bei den wissensintensiven Dienstleistern

Im ersten Quartal 2017 herrscht bei den Unternehmen der
Informationswirtschaft mehrheitlich eine gute konjunkturelle Stimmung.
Darauf deutet der ZEW Stimmungsindikator mit einem Stand von 66,8 Punkten
hin. Damit wird die wirtschaftliche Lage ähnlich positiv eingeschätzt wie
im vierten Quartal 2016. Die Stimmung bei den wissensintensiven
Dienstleistern erreicht derzeit sogar ein Langzeithoch. Zu diesem Ergebnis
kommt eine Umfrage bei Unternehmen der Informationswirtschaft, die das ZEW
im März 2017 durchgeführt hat (weitere Informationen zum Stimmungsindikator
und zur Umfrage am Ende der Pressemitteilung).

Mit einem Rückgang um 0,3 Punkte verzeichnet der Stimmungsindikator im
Vergleich zum Vorquartal nur eine minimale Einbuße. Der Grund für diesen
leichten Rückgang ist die eingetrübte Einschätzung der Geschäftslage.
Nachdem der Teilindikator für die Geschäftslage im Vorquartal stark
gestiegen war, verliert er im ersten Quartal 2017 3,1 Punkte und erreicht
aktuell einen Stand von 67,2 Punkten. Das deutliche Übersteigen der
kritischen 50-Punkte-Marke signalisiert, dass die Mehrheit der Unternehmen
ihren Umsatz und die Nachfrage nach eigenen Produkten oder Dienstleistungen
steigern konnte. Zudem blicken die Unternehmen der Informationswirtschaft
mehrheitlich optimistisch in die Zukunft und erwarten, dass sie bei Umsatz
und Nachfrage auch im zweiten Quartal 2017 weiter zulegen werden. Der
entsprechende Teilindikator für die Geschäftserwartungen erreicht einen
Stand von 66,5 Punkten.

Der Wirtschaftszweig Informationswirtschaft setzt sich aus den Teilbranchen
Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), Mediendienstleister
und wissensintensive Dienstleister zusammen. Ausgehend von einem bereits
recht hohen Niveau des Stimmungsindikators, hat sich die Stimmung bei den
Unternehmen in der IKT-Branche leicht eingetrübt. So verliert der
Stimmungsindikator im Vergleich zum Vorquartal sechs Punkte und liegt nun
bei einem Wert von 71,5 Punkten. Sowohl der Teilindikator für die
Geschäftslage als auch der Teilindikator für die Geschäftserwartungen haben
sich im Vergleich zum Vorquartal negativ entwickelt. Der Teilindikator für
die Geschäftslage verliert 3,7 Punkte, erreicht aber weiterhin einen hohen
Stand von 76,9 Punkten, was eine positive Wirtschaftslage signalisiert.
Der Blick in die Zukunft fällt bei den IKT-Unternehmen weniger optimistisch
aus als noch im Vorquartal. Der Teilindikator für die Geschäftserwartungen
geht um 8,1 Punkte zurück und erreicht einen Stand von 66,5 Punkten.

Die positive Stimmung bei den Mediendienstleistern hält weiter an. Zum
dritten Mal in Folge übersteigt der Stimmungsindikator für diese
Teilbranche die kritische 50-Punkte-Marke, wenn auch nur knapp. Nach einem
leichten Anstieg um 1,4 Punkte erreicht der Stimmungsindikator einen Stand
von 54,1 Punkten. Dieser Anstieg resultiert aus einer entgegengesetzten
Entwicklung der beiden Teilindikatoren. Der Teilindikator für die
Geschäftslage verliert im Vergleich zum Vorquartal 11,1 Punkte und fällt
auf einen Stand von 52,4 Punkten. Der Teilindikator für die
Geschäftserwartungen steigt hingegen um stattliche zwölf Punkte und
erreicht einen Stand von 55,8 Punkten. Fast ein Viertel der
Mediendienstleister geht davon aus, im zweiten Quartal 2017 steigende
Umsätze zu erzielen.

Ausgehend von einer ohnehin bereits guten konjunkturellen Lage hat sich die
wirtschaftliche Stimmung bei den wissensintensiven Dienstleistern auf ein
Langzeithoch verbessert. Der Stimmungsindikator steigt im Vergleich zum
Vorquartal um 3,9 Punkte auf einen aktuellen Stand von 65,7 Punkten. Der
Teilindikator für die Geschäftslage fällt zwar um einen Punkt auf 62,8
Punkte, dieser leichte Rückgang wird aber von der positiven Entwicklung der
Geschäftserwartungen mehr als kompensiert. Der entsprechende Teilindikator
für die Geschäftserwartungen steigt um 8,9 Punkte auf einen derzeitigen
Stand von 68,7 Punkten.

Die ZEW Konjunkturumfrage Informationswirtschaft findet sich zum
Download unter: http://ftp.zew.de/pub/zew-docs/brepikt/201701BrepIKT.pdf

Für Rückfragen zum Inhalt:
Dr. Daniel Erdsiek, Telefon 0621/1235-356, E-Mail erdsiek@zew.de

Der ZEW Stimmungsindikator Informationswirtschaft:

Der ZEW Stimmungsindikator Informationswirtschaft wird aus aus den
vier Komponenten Umsatzlage, Nachfragelage, Umsatzerwartungen und
Nachfrageerwartungen (jeweils im Vergleich zum vorhergehenden
beziehungsweise nachfolgenden Quartal) gebildet. Sie gehen jeweils
mit gleichen Gewichten in die Berechnung ein. Umsatzlage und
Nachfragelage bilden einen Teilindikator, der die Geschäftslage
widerspiegelt. Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen bilden
einen Teilindikator, der die Geschäftserwartungen widerspiegelt. Das
geometrische Mittel der Geschäftslage und der Geschäftserwartungen
ergibt den Wert des ZEW Stimmungsindikators Informationswirtschaft.
Der Stimmungsindikator kann Werte von 0 bis 100 annehmen. Werte
größer als 50 weisen auf eine Verbesserung der konjunkturellen
Stimmung im Vergleich zum Vorquartal hin, Werte kleiner als 50 auf
eine Verschlechterung im Vergleich zum Vorquartal.

Die ZEW Konjunkturumfrage Informationswirtschaft:

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung befragt
vierteljährlich mehr als 5.000 Unternehmen mit mindestens fünf
Beschäftigten aus den Branchen (1) IKT-Hardware,
(2) IKT-Dienstleister, (3) Medien, (4) Rechts- und Steuerberatung,
Wirtschaftsprüfung, (5) Public-Relations- und Unternehmensberatung,
(6) Architektur- und Ingenieurbüros, technische, physikalische und
chemische Untersuchung, (7) Forschung und Entwicklung, (8) Werbung
und Marktforschung, (9) sonstige freiberufliche, wissenschaftliche
und technische Tätigkeiten. Alle neun Branchen zusammen bilden den
Wirtschaftszweig Informationswirtschaft. IKT-Hardware und IKT-
Dienstleister bilden zusammen die IKT-Branche. Die sechs zuletzt
genannten Branchen umfassen die wissensintensiven Dienstleister. Ein
Überblick über die ZEW Konjunkturumfrage Informationswirtschaft ist
im Internet unter www.zew.de/konjunktur abrufbar.

Anmerkung zur Hochrechnung:

Um die Repräsentativität der Analysen zu gewährleisten, rechnet das
ZEW die Antworten der Umfrageteilnehmer mit dem Umsatzgewicht der
Unternehmen am gesamten Wirtschaftszweig Informationswirtschaft hoch.
Die Formulierung "Anteil der Unternehmen" reflektiert somit den
"Umsatzanteil der Unternehmen".

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