ZEW: Informationswirtschaft in Deutschland überwiegend positiv gestimmt

Date

31 Jan 2017

Sections

Euro & Finance
Innovation & Enterprise

Press release

Unternehmen blicken überwiegend positiv ins neue Jahr

Die Unternehmen der Informationswirtschaft starten mit einer guten
konjunkturellen Stimmung ins Jahr 2017. Darauf deutet der entsprechende ZEW
Stimmungsindikator mit einem Stand von 67,1 Punkten im vierten Quartal
2016 hin. Zwar verliert der Indikator im Vergleich zum Vorquartal 1,8
Punkte, aber der weiterhin hohe Stand signalisiert ein positives Klima bei
der Mehrzahl der Unternehmen in der Informationswirtschaft. Zu diesem
Ergebnis kommt eine Umfrage bei Unternehmen der Informationswirtschaft, die
das ZEW, Mannheim, im Dezember 2016 durchgeführt hat (weitere
Informationen zum Stimmungsindikator und zur Umfrage am Ende der
Pressemitteilung).

Der Grund für den leichten Rückgang des ZEW Stimmungsindikators ist, dass
sich die Geschäftserwartungen für das erste Quartal 2017 etwas eingetrübt
haben. Der entsprechende Teilindikator für die Geschäftserwartungen ist von
72,9 Punkten im dritten Quartal 2016 auf einen Wert von 64 Punkten im
vierten Quartal 2016 gesunken. Mit dem deutlichen Überschreiten der
kritischen 50-Punkte-Marke signalisiert der Teilindikator aber weiterhin,
dass die Mehrzahl der Unternehmen optimistisch auf das erste Quartal 2017
blickt. Dass sich die positiven Erwartungen für das Jahresendgeschäft im
Jahr 2016 teilweise erfüllt haben, zeigt die Entwicklung des Teilindikators
für die Geschäftslage im vierten Quartal 2016. Dieser Teilindikator
erreicht mit einem Stand von 70,3 Punkten ein Langzeithoch und signalisiert
eine mehrheitlich positive Entwicklung des Umsatzes und der Nachfrage nach
eigenen Produkten der Unternehmen.

Der Wirtschaftszweig Informationswirtschaft setzt sich aus den Teilbranchen
Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), Mediendienstleister
und wissensintensive Dienstleister zusammen. An der guten konjunkturellen
Stimmung in der IKT-Branche hat sich im vierten Quartal 2016 nur wenig
geändert. Der Stimmungsindikator in der IKT-Branche erreicht mit 77,5
Punkten einen sehr hohen Stand. Die Unternehmen schätzen sowohl die
Geschäftslage im vierten Quartal 2016 als auch die Geschäftserwartungen für
das erste Quartal 2017 mehrheitlich positiv ein. Der Teilindikator für die
Geschäftslage erreicht mit einem Stand von 80,6 Punkten ein Langzeithoch.
Die Mehrzahl der Unternehmen in der IKT-Branche erwartet, dass Nachfrage
und Umsatz auch im ersten Quartal 2017 weiter gesteigert werden können. Das
zeigt der Teilindikator für die Geschäftserwartungen mit einem Stand von
74,6 Punkten.

Bei den Mediendienstleistern hat sich im vierten Quartal 2016 die Stimmung
zwar etwas eingetrübt, aber das wirtschaftliche Klima wird weiterhin
mehrheitlich positiv bewertet. Der Stimmungsindikator übersteigt zum
zweiten Mal in Folge die kritische 50-Punkte-Marke und steht jetzt bei 52,7
Punkten. Nachdem der Stimmungsindikator im Vorquartal deutlich angestiegen
war, musste er im vierten Quartal 2016 wieder 5,5 Punkte abgeben. Der
Rückgang des Stimmungsindikators resultiert aus einer Verschlechterung der
Geschäftserwartungen, denn der entsprechende Teilindikator fällt auf einen
Stand von 43,8 Punkten. Damit blickt die Mehrzahl der Unternehmen
pessimistisch in die Zukunft. Dass die wirtschaftliche Stimmung insgesamt
dennoch mehrheitlich positiv bewertet wird, liegt an der verbesserten
Einschätzung der Geschäftslage im vierten Quartal 2016.

Nach wie vor schätzt eine deutliche Mehrheit der wissensintensiven
Dienstleister die konjunkturelle Stimmung positiv ein. Der
Stimmungsindikator erreicht einen Stand von 61,8 Punkten. Der Teilindikator
für die Geschäftserwartungen geht im Vergleich zum Vorquartal um 6,9
Punkte auf jetzt 59,8 Punkte zurück. Der Teilindikator für die
Geschäftslage steigt hingegen um 2,7 Punkte auf einen Stand von 63,8
Punkten. Demnach bewertet die Mehrzahl der wissensintensiven Dienstleister
sowohl die Geschäftslage im vierten Quartal 2016 als auch die
Geschäftserwartungen für das erste Quartal 2017 positiv.

Die ZEW Konjunkturumfrage Informationswirtschaft findet sich zum
Download unter: http://ftp.zew.de/pub/zew-docs/brepikt/201604BrepIKT.pdf

Für Rückfragen zum Inhalt:
Daniel Erdsiek, Telefon 0621/1235-356, E-Mail erdsiek@zew.de

Der ZEW Stimmungsindikator Informationswirtschaft:

Der ZEW Stimmungsindikator Informationswirtschaft wird aus aus den
vier Komponenten Umsatzlage, Nachfragelage, Umsatzerwartungen und
Nachfrageerwartungen (jeweils im Vergleich zum vorhergehenden
beziehungsweise nachfolgenden Quartal) gebildet. Sie gehen jeweils
mit gleichen Gewichten in die Berechnung ein. Umsatzlage und
Nachfragelage bilden einen Teilindikator, der die Geschäftslage
widerspiegelt. Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen bilden
einen Teilindikator, der die Geschäftserwartungen widerspiegelt. Das
geometrische Mittel der Geschäftslage und der Geschäftserwartungen
ergibt den Wert des ZEW Stimmungsindikators Informationswirtschaft.
Der Stimmungsindikator kann Werte von 0 bis 100 annehmen. Werte
größer als 50 weisen auf eine Verbesserung der konjunkturellen
Stimmung im Vergleich zum Vorquartal hin, Werte kleiner als 50 auf
eine Verschlechterung im Vergleich zum Vorquartal.

Die ZEW Konjunkturumfrage Informationswirtschaft:

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung befragt
vierteljährlich mehr als 5.000 Unternehmen mit mindestens fünf
Beschäftigten aus den Branchen (1) IKT-Hardware,
(2) IKT-Dienstleister, (3) Medien, (4) Rechts- und Steuerberatung,
Wirtschaftsprüfung, (5) Public-Relations- und Unternehmensberatung,
(6) Architektur- und Ingenieurbüros, technische, physikalische und
chemische Untersuchung, (7) Forschung und Entwicklung, (8) Werbung
und Marktforschung, (9) sonstige freiberufliche, wissenschaftliche
und technische Tätigkeiten. Alle neun Branchen zusammen bilden den
Wirtschaftszweig Informationswirtschaft. IKT-Hardware und IKT-
Dienstleister bilden zusammen die IKT-Branche. Die sechs zuletzt
genannten Branchen umfassen die wissensintensiven Dienstleister. Ein
Überblick über die ZEW Konjunkturumfrage Informationswirtschaft ist
im Internet unter www.zew.de/konjunktur abrufbar.

Anmerkung zur Hochrechnung:

Um die Repräsentativität der Analysen zu gewährleisten, rechnet das
ZEW die Antworten der Umfrageteilnehmer mit dem Umsatzgewicht der
Unternehmen am gesamten Wirtschaftszweig Informationswirtschaft hoch.
Die Formulierung "Anteil der Unternehmen" reflektiert somit den
"Umsatzanteil der Unternehmen".
 

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