NABU zum dramatischen Bestandsrückgang Afrikanischer Elefanten

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01 Sep 2016

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Climate & Environment

Afrikanische Elefanten werden schneller getötet als sie sich fortpflanzen können - Elfenbeinmärkte müssen geschlossen werden

Berlin – Angesichts der aktuell veröffentlichten dramatisch schrumpfenden Bestandszahlen Afrikanischer Elefanten erklärt Barbara Maas, Leiterin Artenschutz bei der Stiftung NABU International:

„Die neuen Zahlen sind noch erheblich niedriger als allgemein erwartet. Sie ziehen eine erschütternde Bilanz der zunehmenden Hartnäckigkeit,  mit der Wilderer Afrikas Elefanten erbarmungslos verfolgen. 144.000 tote Elefanten in sieben Jahren, das heißt rund 56 tote Elefanten pro Tag. Bei diesem Tempo bleibt uns nicht viel Zeit zum Handeln.“ Umso wichtiger sei es, dass sich auf der 17. CITES -Konferenz in Johannesburg im September die CITES-Mitgliedsstaaten, einschließlich der EU, für die vollständige und dauerhafte Schließung aller nationalen und internationalen Elfenbeinmärkte  aussprechen, so wie es die Mehrheit der afrikanischen Länder fordert. Vom 24.9.-5.10. findet in Südafrika die CITES-Konferenz statt, die den internationalen Handel mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten reguliert.

Erschreckend ist auch, dass sich die Elefanten der Gefahr ihrer Verfolgung bewusst zu sein scheinen. Ein Vergleich ihrer Wanderungen im südlichen Afrika zeigt, dass sich die Herden, im Gegensatz zu den Jahren 2005 bis 2011, heute hinter die Grenze Botswanas zurückgezogen haben und sich nicht mehr nach Angola, Sambia – und kaum mehr nach Namibia – wagen. „Im Gegensatz zu seinen Nachbarländern ist die Population in Botswana relativ stabil. Durch den Zustrom von Elefanten-Flüchtlingen droht in diesem Land jedoch die Überforderung, ob ausreichend Lebensräume für die Tiere zur Verfügung stehen,  so dass jetzt sogar hier über kontrollierte Tötungen von Elefanten debattiert wird. Dazu darf es einfach nicht kommen“, so Maas weiter.Noch gäbe es Elefanten und noch seien sie zu retten. „Ob dieses Sinnbild Afrikas dauerhaft überlebt,  hängt aber auch davon ab, dass die Menschen bereit sind,  sich endlich von dieser 10.000 Jahre alten Art von Besitz von Schmuck und Dekorationen aus Elfenbein zu verabschieden. Solange Elfenbein einen finanziellen Wert hat, werden Kriminelle einen Weg finden, von der Elefantentötung zu profitieren“, so Maas. Seit 2011 werden Elefanten schneller getötet, als sie sich fortpflanzen können. Daher sei ein weltweites, konsequentes Handelsverbot mit Elfenbein die einzige Möglichkeit, den Elefanten eine Überlebenschance zu liefen.

Die Ökologen Michael Chase und Curt Griffin veröffentlichten die Ergebnisse zu den Bestandszahlen Afrikanischer Elefanten im Fachjournal „PeerJ“.  Danach sank in 15 afrikanischen Staaten allein zwischen 2007 und 2014 die Zahl der  Elefanten um 144.000 Tiere (30 Prozent). Grund dafür ist vor allem Wilderei. Die aktuellen Bestandszahlen der Elefanten werden auch auf der ab heute in Honululu/Hawaii bis zum 10. September stattfindenden Weltnaturschutzkonferenz (IUCN)  diskutiert.

 

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Für Rückfragen:

Dr. Barbara Maas, Leiterin internationaler Artenschutz der NABU International Naturschutzstiftung, Tel. +44 (0)7970 9877 42, E-Mail: barbara.maas@NABU.de