DLG: Schweinehalter legen Fokus auf Gülleausbringung und Tierwohl

Date

22 Jun 2017

Sections

Agriculture & Food

Press release

Die Düngeverordnung und steigende Anforderungen an das Tierwohl erfordern von Schweinehaltern, ihre Produktionsverfahren weiterzuentwickeln. Die Ergebnisse des DLG-Trendmonitors Europe vom Frühjahr 2017 zeigen, wo Landwirte Schwerpunkte setzen wollen.

 

(DLG). Die sich ändernden Bedingungen bei der Düngung und die steigenden Anforderungen an das Tierwohl in den Haltungsverfahren spiegeln sich in den Prioritäten für die Technik-Innovationen wider. So halten über 80 Prozent der in Deutschland im Rahmen des DLG-Trendmonitors Europe befragten Schweinehalter Innovationen bei Technik für die bedarfsgerechte Gülleausbringung für sehr wichtig bzw. wichtig. Hohe Priorität haben außerdem Innovationen für Techniken zur Bestimmung der Nährstoffgehalte in organischen Düngern. Denn die exakte Analyse der Nährstoffgehalte und deren bedarfsgerechte Ausbringung sind notwendig, um die schärferen Vorgaben bei der Düngung zu meistern. Die exakte Nährstoffanalyse und Ausbringung kann zudem die Aufnahmebereitschaft von organischen Düngern durch Marktfruchterzeuger unterstützen.

 

 

Mehr Tierwohl durch Beschäftigungsmaterial

Hohe Priorität haben zudem Innovationen zur Verbesserung der Tiergerechtheit in den Haltungsverfahren. So halten 70 Prozent der in Deutschland befragten Schweinehalter Innovationen für mehr Tierwohl für sehr wichtig bzw. wichtig. Denn die Tiergerechtheit der Haltungsverfahren wird kontrovers diskutiert, und die Landwirte haben hohes Interesse an praktikablen Lösungen. Das Angebot von Beschäftigungsmaterialien im Schweinestall ist für über 90 Prozent der in Deutschland befragten Landwirte ein guter Ansatz, um das Tierwohl zu verbessern. Und auch ein größeres Platzangebot sowie die Stärkung der Zuchtziele hinsichtlich Gesundheit und Vitalität halten die Schweinehalter für richtige Ansätze, um mehr Tierwohl zu erreichen. Den Schweinen Auslauf und Außenklimareize zu ermöglichen, wird hingegen von lediglich 28 Prozent der Schweinehalter als praktikabel angesehen. Denn zu umfangreich wären die notwendigen Umbaumaßnahmen in Bestandsgebäuden. Und die Vorgaben zur Emissionsminderung in der Tierhaltung führen zu einem Zielkonflikt, der den Schweinehaltern Investitionsentscheidungen erschwert.

 

 

Landwirte beurteilen Labeling von Fleischprodukten differenziert

Die Kennzeichnung der Haltungsform bei Fleischprodukten wird als ein Baustein diskutiert, um Verbrauchern „bewussteres“ Einkaufen von Fleisch zu ermöglichen. 48 Prozent der in Deutschland befragten Schweinehalter halten Labeling für sinnvoll, um ein Marktsegment für „Tierwohl-Fleisch“ aufzubauen. Rund jeder zweite der befragten Schweinehalter ist der Meinung, dass die Aufgabe des Labelings nicht beim Staat liegen sollte. Denn privatwirtschaftliche Ansätze können die Markterfordernisse exakter abbilden.

 

 

Auch sehen mehr als ein Drittel der in Deutschland befragten Schweinehalter, dass die Haltungsbedingungen im Rahmen eines Labelings nicht exakt abgebildet werden könnten. Dies wird als Hemmnis gesehen. Die Befragungsergebnisse zeigen zudem, dass eine Vielzahl der Schweinehalter offen für ein differenziertes Fleischangebot ist. Notwendig sind am Markt nachgefragte Produkte, die wirtschaftlich erzeugt werden können und Investitionen in den einzelnen Erzeugungsrichtungen ermöglichen.

 

Interessenten erhalten weitere Informationen bei der DLG. Ansprechpartner ist Dr. Achim Schaffner, Fachgebietsleiter Ökonomie, Tel.: 069/24788-321 oder E-Mail: a.schaffner@dlg.org.

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