DIE LINKE.: Kultur nur für die Freunde der Nacht

Date

14 Jun 2018

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Languages & Culture

Press release

Heute wurde ein umfangreicher Initiativbericht zu ‘Strukturellen und finanziellen Hürden beim Zugang zu Kultur‘ abgestimmt. Martina Michels, kulturpolitische Sprecherin der Delegation, war Schattenberichterstatterin und kommentiert:

 

„Ob Jugend oder Kultur, wenn das Europaparlament entscheidende Zukunfts- und Wertedebatten führt, ist der Saal leer und es ist kurz vor Mitternacht. Dabei sind die sogenannten Cultural & Creative Industries eine Branche, die wächst, mehr Beschäftigte als die Autoindustrie hat, in der mies bezahlt wird, obwohl sie viele Innovationen hervorbringt und wesentliche Debatten aufwirft, wie der heute abgestimmte Bericht zum Abbau von Barrieren beim Zugang zu Kultur detailreich darlegt.“

 

Sie ergänzt: „Ständig wird das Zitat des großen Europäers Jean Monnet bemüht: ‚Wenn ich nochmals mit dem Aufbau Europas beginnen könnte, dann würde ich mit der Kultur beginnen´, doch es scheint zum Lack der Sonntagsreden verkommen zu sein, sonst würde eine Kulturdebatte im Parlament vielleicht einmal zu einer guten Tageszeit geführt werden. Oder noch besser als manch verhallende Debatte wäre eine Ausstattung der kulturellen Infrastruktur, die den Zugang für alle umfassend sichert, in der Bildung, im Konzertsaal, in der Bibliothek, im Internet.“

 

„Noch immer sind die meisten Programme Opfer ihres eigenen Erfolges. Trotz kleiner Aufwüchse bleiben Sie hoffnungslos unterfinanziert. Doch auch andere Probleme, die einer europäischen Lösung bedürfen, werden auf die lange Bank geschoben. Dazu gehört das Damoklesschwert der Mehrfachbesteuerung von Künstlerinnen und Künstlern, die grenzüberschreitend tätig sind genauso wie die unzureichenden Urheberrechtsausnahmeregelungen für das kulturelle Erbe. Hier hilft offenbar nur das berühmte Bohren dicker Bretter. Immerhin endete der Plenartag gestern kurz vor Mitternacht nach der Kulturpolitikdebatte mit der amüsanten Feststellung, dass die besten Ideen oft nachts geboren würden. Schön, wenn das auch in der Politik ankäme.“

 

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