DIE LINKE.: 1. 'Refugee & Migrant Parliament' in Brüssel: ”Jetzt reden wir!”

Date

17 Oct 2018

Sections

Global Europe

Heute (17.10.2018) und am morgigen Donnerstag heißen wir zahlreiche Vertreter und Vertreterinnen von Organisationen willkommen, in denen sich Geflüchtete und Migrant*innen selbst eine Stimme geben. Das erste Refugee & Migrant Parliament versammelt Personen in Brüssel, die ihre politische Vertretung endlich selbst in die Hand nehmen möchten. Deshalb ist es umso erfreulicher, dass neben vielen Nichtregierungsorganisationen, die für Menschenrechte eintreten, heute und morgen vor allem zahlreiche von Geflüchteten und Migrant*innen selbstorganisierte Interessenvertretungen und Aktivist*innen in Brüssel auf Initiative der EP-Linksfraktion GUE/NGL zusammentreffen. Gemeinsam machen sie den Auftakt zu einer bisher nicht dagewesenen parlamentarischen Selbstbestimmung. Die öffentlichen Hearings werden heute und morgen bewusst auch parallel zu den Beratungen der weiteren Einschränkung des Asylrechts beim Europäischen Gipfel der Staats- und Regierungsspitzen stattfinden.

Dazu Cornelia Ernst, migrationspolitische Sprecherin der Delegation DIE LINKE. im Europaparlament und Mitorganisatorin dieses ersten ‚Refugee & Migrant Parliaments‘:

 

"Ich freue mich sehr darüber, dass es uns gelang, 30 verschiedene, selbstorganisierte Geflüchteten- und Migrant*innen-Organisationen aus ganz Europa hier im Europaparlament zu versammeln. Sollte es uns wirklich ernst damit sein, Geflüchtete und Migrant*innen in unserer Gesellschaft willkommen zu heißen und ihnen eine funktionierende Integration zu ermöglichen, müssen wir ihnen endlich auch auf Augenhöhe begegnen. Eine aufrichtige Inklusion bedeutet, ihnen zuzuhören, zu versuchen, ihre Probleme zu verstehen, ihre Wünsche zu hören und ihre Sichtweisen zu erfahren. Das alles geht jedoch nur, indem wir aufhören, einzig über unsere Sicht auf diese Menschen und ihre Schicksale zu sprechen, sondern sie eben auch endlich für sich selbst sprechen zu lassen.“

 

“Diesem Ziel versuchen wir mit dem heute und morgen stattfindenden ersten ‚Refugee & Migrant Parliament‘ etwas näher zu kommen. Wir möchten ihnen die Gelegenheit geben, auch auf europäischer Ebene das Wort zu ergreifen und sich selbst eine Stimme zu geben. Das ist das Mindeste, was wir tun können: Ihnen ihre Souveränität soweit zurückzugeben, indem wir ihren Anliegen Raum im Zentrum der europäischen Demokratie verschaffen.”

 

“Ein Großteil der hier vertretenen Organisationen hatte sich bisher noch nicht getroffen. Dieses erste ‚Refugee & Migrant Parliament‘ hat also auch den Zweck der internen Vernetzung dieser so wichtigen Organisationen, damit sie gemeinsam ihre politischen Visionen formen können. Diese Visionen sollen aber nicht hier und morgen enden, sondern im Gegenteil erst der Auftakt zu einem regelmäßigen ‚Refugee & Migrant Parliament‘ darstellen, das in Zukunft zu einem dauerhaften Forum der politischen Selbstorganisation und Repräsentanz jener werden soll, denen wir in den Mitgliedstaaten und just in diesen Tagen auch wieder im Europäischen Rat mit zunehmend aggressiver und verächtlicher Rhetorik die so nötige Souveränität abzusprechen versuchen.“

 

 

Das vollständige Programm, alle Gäste, Gruppen und Initiator*innen sowie ein Link zum Livestream (und on demand) finden sich hier.

 

Unter den vertretenen Organisationen befinden sich unter anderem die ‚International Coalition of Sans-Papiers Migrants and Refugees (CISPM)‘, die ‚Refugees' ideas and solutions for Europe (RISE)‘, der ‚World Hazara Council Afghanistan (WHC)‘, das ‚European Network of Migrant Women (ENMW)‘ und die ‚Lampedusa refugee groups‘, darunter auch Lampedusa Hamburg.

 

 

 

Kontakt
Büro Cornelia Ernst
Mitglied des Europäischen Parlaments
Sprecherin der Delegation DIE LINKE. im EP
0032 228 45 660

cornelia.ernst@ep.europa.eu
cornelia-ernst.de
@ErnstCornelia