Aufge-Horcht: AUDI, Vorsprung durch Betrug - PM MdEP Cornelia Ernst (DIE LINKE.)

Date

25 Jan 2017

Sections

Euro & Finance
Climate & Environment
Trade & Society

Press release

Aufge-Horcht: AUDI, Vorsprung durch Betrug

Am gestrigen Dienstag fand im EP-Untersuchungsausschuss zu Emissionsmessungen in der Automobilindustrie (EMIS) die Anhörung zweier Repräsentanten der VW-Tochter AUDI statt. In der ersten Sitzung seit der Wahl des früheren und belasteten Industriekommissars Antonio Tajani zum EP-Präsidenten, sollten sich Florian Heuberger, Leiter der Servicetechnik und Oliver Hoffmann, Leiter im Bereich Entwicklung und Antrieb bei AUDI, eigentlich den kritischen Fragen der Abgeordneten stellen. Stattdessen glich die Anhörung streckenweise eher einer AUDI-Werbeveranstaltung, dazu Cornelia Ernst, stellvertretendes Mitglied im EMIS-Ausschuss:

„Die Beweislast ist eigentlich erdrückend und der Elefant im Raum für jeden ersichtlich, dennoch gelang es den Abgeordneten der EVP unsere Befragung so angenehm wie möglich für die beiden Vertreter von AUDI zu gestalten. Ihre eigenen Fragezeiten investierten sie in ein freundliches Geplänkel mit den AUDI-Repräsentanten, unsere Fragezeiten wurden erschwert, da sich stets ein/e EVP-Abgeordnete/r fand, der/die den anderen ins Wort fiel. So kann von ‚Aufklärungsarbeit‘ keine Rede sein. Dabei ist die Faktenlage ziemlich eindeutig: AUDI hat genauso betrogen wie Volkswagen, doch im Gegensatz zu VW wartet man bei AUDI vergeblich auf ein Schuldeingeständnis.“

„Der Weichspülgang der EVP-Fraktion bringt uns in dieser Hinsicht nicht weiter, Verantwortliche müssen endlich Konsequenzen ziehen. Aus diesem Grund fordern wir ein umfassendes Geständnis und den Rücktritt des AUDI-Vorstandsvorsitzenden Rupert Stadler. Die Zusammenarbeit zwischen dem Kraftfahrt-Bundesamt und AUDI hinter verschlossenen Türen ist genauso skandalös wie die Samthandschuhe, die verschiedene Abgeordnete in den Untersuchungsausschüssen anlegen. Die deutschen Behörden müssen endlich für Transparenz sorgen, sofern denn wirklich Interesse an Aufklärung besteht. Nach der gestrigen Anhörung lässt sich nämlich zusammenfassend festhalten, dass sich die AUDI AG von der ‚Alma Mater‘ zur ‚Mutter des Betruges‘ im VW Konzern gewandelt hat."

 

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